Gehaltserhöhung

Gehaltserhöhungen effektiv einsetzen

Gehaltserhöhungen sind ein wichtiges Mittel für die Mitarbeiterbindung. Geschickt eingesetzt, drücken sie Wertschätzung aus, verstärken Loyalität und Engagement beim Mitarbeiter und zahlen sich am Ende sogar für die Arbeitgeberseite aus. Doch welche Gehaltserhöhungen sind angemessen und wie entscheiden Sie als Führungskraft, wann ein Mitarbeiter ein Gehaltsplus erhalten sollte? Ein kluger Einsatz von Gehaltserhöhungen setzt einen bewussten Umgang mit dem Warum, dem Wie und dem Wieviel voraus.

Warum? Gründe für Gehaltserhöhungen

Damit eine Gehaltserhöhung Wirkung entfalten kann, sollte auf beiden Seiten Klarheit über die Begründung herrschen. Die Gründe für eine Gehaltserhöhung ergeben sich aus unterschiedlichen Anlässen:

1. Wertschöpfung

Der Klassiker ist es, die wertvollsten Mitarbeiter mit einer Gehaltserhöhung zu weiteren Höchstleistungen zu motivieren: Sie übertreffen Erwartungen, leisten immer etwas mehr als ihre Kollegen, denken selbstständig mit, wollen das Unternehmen voranbringen und tragen eigenständig zur Wertsteigerung bei. 

2. Zugehörigkeit

Sie sorgen für Beständigkeit: Mitarbeiter mit langjähriger Betriebszugehörigkeit. Ihre Loyalität wird häufig nach Meilensteinen wie fünf, 10 oder 20 Jahren Zugehörigkeit mit einer Gehaltserhöhung belohnt.

3. Zuverlässigkeit

Ein erfolgreiches Team besteht nicht nur aus Zugpferden, die durch ihre überdurchschnittlichen Leistungen hervorstechen und alle anderen überstrahlen. Genauso wichtig sind die „Umsetzer“, die Tag für Tag zuverlässig und auf einem konstant guten Level ihren Job machen.

4. Selbstvertrauen

Manche Mitarbeiter trauen sich mehr zu, als in ihrer aktuellen Stellenbeschreibung vorgesehen ist. Eine Weiterentwicklung von Mitarbeitern, ggf. in Kombination mit Qualifizierungsmaßnahmen, kann durch eine Gehaltserhöhung unterstützt werden.

5. Team-Ergebnisse

Hat ein Team oder die ganze Firma herausragende Ergebnisse erzielt, zeigt eine kollektive Gehaltserhöhung Wertschätzung. In einem solchen Fall stärkt sie idealerweise auch den Teamgeist.

6. Mitarbeiterbindung

Fachkräfte sind rar. Deshalb nutzen Vorgesetzte Gehaltserhöhungen nicht nur als Wertschätzung, sondern auch als Instrument zur Mitarbeiterbindung. Hat sich ein Mitarbeiter aber bereits für eine Kündigung ausgesprochen, raten wir von Gegenangeboten ab. Sie können einen kurzfristigen Effekt erzielen. Aber das Risiko, den Mitarbeiter bei einem besseren Gehaltsangebot von der Konkurrenz doch zu verlieren, ist groß.

7. Markterfordernisse

Gerade für geschäftskritische Positionen und bei stark nachgefragten Stellenprofilen sollten Sie die Gehälter immer wieder überprüfen, denn die Konkurrenz schläft nicht. Wenn sie bessere Gehälter zahlt als das eigene Unternehmen, riskieren Sie, dass wichtige Mitarbeiter über kurz oder lang abwandern.

Wie? Formen von Gehaltserhöhungen

Eine Gehaltserhöhung muss eine Win-Win-Situation für beide Seiten sein. Damit Sie als Arbeitgeber und der Mitarbeiter vom Gehaltsplus profitieren, sollten Sie sehr bewusst entscheiden, wann, wem und warum Sie mehr Lohn anbieten.

Gehaltserhöhung aufgrund von Leistung

Gute Leistung bringt gutes Geld: Top-Performer werden für herausragende Leistungen belohnt. Diese Form der Anerkennung kann als Einmalzahlung ausgeführt werden oder das Gehalt des Mitarbeiters wird um einen bestimmten Prozentsatz angehoben. 

Pauschale Gehaltserhöhung

Von standardisierten Gehaltserhöhungen profitieren alle Mitarbeiter einer Firma oder eines Teams. Auch diese Gehaltserhöhung kann als Einmalpauschale ausgezahlt werden oder sich als regelmäßiges Plus auf dem Gehaltszettel zeigen. Der Vorteil: Sie stärken das Teamgefühl. Der Nachteil: Top-Performer könnten sich bei pauschalen Gehaltserhöhungen nicht genügend für Ihre Leistungen anerkannt fühlen.

Gehaltserhöhungen aufgrund von Marktentwicklung

Beobachten Sie die Entwicklungen in Ihrer Branche. Entsteht für manche Positionen ein Mangel an geeigneten Fach- und Führungskräften geht das häufig mit einem Anstieg des Gehaltsniveaus einher. Achten Sie darauf, Ihre Gehaltspakete immer an die marktüblichen Gehälter anzupassen. Andernfalls steigt ihr Risiko, wichtige Fachkräfte an den Wettbewerb zu verlieren.

  • Tipp: Sie sind unsicher, was die Konkurrenz anbietet? Unsere Personalberater kennen die aktuellen Gehaltsstrukturen für IT-, Finance-, Hospitality-, Real Estate-, Commercial- und Office-Fach- und Führungskräfte und beraten Sie gerne. Ein Anruf genügt!

Wie viel? Volumen der Gehaltserhöhung

Eine Gehaltserhöhung bewegt sich im Durchschnitt bei etwa 3–4 % Steigerung. Darunter ist eine Gehaltserhöhung nur dann eine Gehaltserhöhung, wenn ein Inflationsausgleich anderweitig gewährleistet ist – ansonsten hebt der Preisverfall die Steigerung wieder auf. Wie hoch die Gehaltserhöhung im jeweiligen Fall konkret ausfallen soll, ist ein Zusammenspiel aus der Unternehmenssituation und den oben genannten Faktoren.

Was ist mit den Teilzeitkräften?

Teilzeitkräfte werden bei Gehaltserhöhungen oft „übersehen“. Dabei sind immer häufiger auch wichtige Positionen mit Mitarbeitern besetzt, die ein reduziertes Arbeitspensum haben. Trifft einer der oben genannten Gründe auf Ihre Teilzeitkräfte zu? Dann sollten sie sie entsprechend honorieren. Vor allem wenn Teilzeitkräfte gute und wichtige Arbeit leisten und nicht einfach durch beliebige andere Personen ersetzt werden können, sollten sie bei Gehaltserhöhungen unbedingt berücksichtigt werden.

Gehaltserhöhungen gezielt einsetzen

Bevor Sie sich entscheiden, Ihre Mitarbeiter mittels eines Gehaltsplus anzuspornen, prüfen Sie die Motivationstreiber jedes Einzelnen. Während sich der eine Mitarbeiter über einen höheren Nettobetrag auf dem Gehaltskonto freut, können Sie die Leistung frischgebackener Eltern möglicherweise besser mit einem Zuschuss zur Kinderbetreuung honorieren. Der Motivationseffekt einer Gehaltserhöhung wird die größte Wirkung entfalten, wenn Sie diese individuell auf Ihre Mitarbeiter anpassen.